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Niedersachsens Genussbotschafter

So schmeckt Niedersachsen

Niedersächsische Genussbox nobilis Esslust

Einmal im Jahr treten sie gegeneinander an – die kulinarischen Top-Produkte aus dem Norden. Sie alle wollen Niedersachsens Genussbotschafter werden. Neuentdeckungen treffen auf Traditions-Speisen aus ehrwürdigen Familienbetrieben. nobilis hat für Sie gekostet und geurteilt: So schmeckt Niedersachsen.

Es ist wirklich ein bemerkenswertes Schaulaufen: Wie bei einem jener telegenen
Talent-Wettbewerbe präsentieren sich Hexxenbrot aus Langelsheim und Aronia-Direktsaft von der ersten niedersächsischen Bio-Plantage.

Antreten für die Genuss-Box

Eine 70-jährige Jungunternehmerin mit neu entwickelten Chutneystritt gegen ostfriesische Teehäuser aus dem 19.Jahrhundert an. Fertig-Frikassee gegen Butter-Bienenstich. 141 Produkte aus 20 Kategorien sind es, die wir an diesem Tag probieren. Alles zum Beweis, dass aus unserem Bundesland echte Genuss-Talente kommen. Zum vierten Mal schreibt die Niedersächsische Land- und Ernährungswirtschaft den begehrten Wettbewerb aus.

Vor uns türmen sich Schinken, Bierflaschen und Milchprodukte. Sie gilt es, in Geschmack, Aussehen und Geruch, nach Produktidee, Verpackung und Herstellungsverfahren zu bewerten. Einen kompletten Tag schnuppern, kosten, urteilen wir. Das ist harte Arbeit. Und immerhin: acht der ausgezeichneten Produkte stammen aus dem Umfeld von Hannover. Hannover punktet mit Hochprozentigem Zu ihnen gehört der mild-aromatische Naturjoghurt von Hemme aus der Wedemark ebenso wie der wunderbar duftende Sanddorn-Apfelsaft vom Obsthof Gestorf, der jetzt bereits von der fünften Generationbewirtschaftet wird. Mein absolutes Highlight aus der Region ist aber hochprozentig: Der Himbeerliqueur von der Manufaktur Hoppenkamp aus Barsinghausen. Seit 2010 stellt Fred Paries aus Direktsaft kleine Mengen dieses enorm aromatischen Getränkes her. Sein Geheimnis: Sehr geringer Zuckerzusatz, was einmal mehr die volle Frucht zur Geltung bringt. Ein würdiger Vertreter Niedersachsens.

Erstaunlich ist der geringe Anteil von ausgezeichneten Wurst- und Käsespezialitäten. Wären da nicht die perfekt gewürzte Harzer Bauernleberwurst der berühmten Fleischerei Lambertz aus Zorge und der saftige Traditionsschinken von der Familien-Manufaktur Klümper aus Schüttdorf –wir hätten unser Rammelsberger Fladenbrot ohne Auflage essen müssen. Immerhin hatten sich 30 Würste und Schinken sowie elf Käse um eine Auszeichnung beworben. Fast alle gingen leer aus. Schade.

Salzblüten aus Göttingen

Zu meinen Neuentdeckungen gehört das kaltgepresste Leindotteröl von der Wesermühle in Langwedel. Hier kommen heimische Ölpflanzen voll zur Geltung und geben einen satten Wiesengeschmack, der sich ausgezeichnet zu Kräutersalaten machen wird. Herrlich auch der Bockbiersenf der Einbecker Mühle. Und vor allem die fast cremig schmeckenden handgeschöpften Salzblüten aus der einzigen europäischen Pfannensiederei in Göttingen.

Diese Produkte zeigen, wie deutlich traditionelles Lebensmittelhandwerk den Massenprodukten vom Fließband überlegen ist. Wir freuen uns, so viel Leidenschaft für das ursprüngliche Produkt auszuzeichnen.Dass nicht jede Tradition auch zu heutigen Genussgewohnheiten passt, zeigt der Scheibenhonig aus der Lüneburger Heide. Seit 1901 wird er den Imkerkörben so entnommen und geschnitten, wie die Bienen ihn eintragen. Man isst ihn mit der Wabe. Und dennoch: Welche Jury wollte schon über eine mehr als hundertjährige Honig-Tradition urteilen? Ich verneige mich also vor dem Produkt und seinem Hersteller – wenn auch mit einem Stück Wachs auf der Zunge. Mit umso größerer Freude verkünden wir den Urteilsspruch der Jury über Känguru-Steaks, die ein Tiefkühl-Industrieller aus Lüneburg zum WettWettbewerb einreichte: Durchgefallen! Das haben wir hier im Norden wirklich nicht nötig.

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