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Sushi in Hannover

Die tolle Rolle

Eigentlich ging es um die Konservierung von Fisch. Was daraus entstand, ist heute für den Großstadtgaumen unverzichtbar: Sushi. Hier einige Empfehlungen, wo die rohen Fischhappen in Hannover besonders japanisch sind.

Sushi Gim

Neben Imbissbuden, Piercing-Studios und Handy-Shops residiert in der Goethestraße seit über zehn Jahren unsere Top-Empfehlung. Die Fugo-Laternen im Fenster weisen den Weg. Zugegeben, das Ambiente ist nicht trendy. Aber offen gestanden wollen wir gut essen und keine Inspirationen für die Wohnraumgestaltung. Wir nehmen in dem unprätentiösen Restaurant an einem der letzten freien Tische Platz, werden auf das Freundlichste empfangen.

Ein Feuerwerk der Küche

Und schon startet das Feuerwerk: Der in Streifen geschnittene Seetangsalat ist frisch und würzig, die Miso-Suppe gediegen aromatisch, auf Wunsch mit Tofu-Einlage, der Sprossensalat knackig und scharf, die eingelegten Gurken herzhaft, die Jakobsmuscheln in Misosauce süßlich-ausgewogen und die Spinatnester mit Sesam ein echtes Highlight. Vor den Sushi ist es also mehr als angebracht, die zahlreichen Vorspeisen zu versuchen, von denen einige schon als Amuse-Bouche aufs Haus serviert werden. Der eingelegte Thunfisch schmeckt allerdings wie Schmorbraten, der Hühnersalat ist eher langweilig – aber das reißen die hauchzarten Tempura locker wieder raus.

Unsere Bier-Empfehlung: Asahi

Zu allem trinken wir Bier: Kirin eher herb, Tsing Tao eher süßlich, Asahi unsere Empfehlung. Die nachfolgenden Sushi sind absolut überzeugend: zehn verschiedene Sorten mit locker-aromatischem Reis, genau richtig dosiertem Wasabi und butterweichem Fisch. Nicht zu vergessen der trefflich eingelegte Ingwer. Herrlich! Gern hätten wir auch noch das am Tisch gegrillte Rinderfilet probiert. Nächstes Mal. Beim Dessert sollte man sich auf das kostenlos gereichte Obst konzentrieren. Die gebackene Banane und Ananas sind ein Kompromiss mit der europäischen Küche, die hausgemachten Sorbets von grünem Tee, roten Bohnen und Wasabi haben zu viel Sahne abbekommen. Dennoch: Wir sind absolut begeistert und empfehlen das Sushi Gim gern als unsere Nummer eins – auch, was das Preis-Leistungsverhältnis betrifft.

Sindo

Das Sindo in der Podbielskistraße führt uns ins Souterrain, in dem zuvor vermutlich eine rustikale Kneipe residierte. Doch das ist der einzige Abstieg: Inhaber De Lin und sein freundlich-kompetentes Team bieten eine perfekte Reise in die fernöstliche Küche. Wir beginnen: Essig-Gemüse mit Tintenfisch und Garnelen (würzig und überraschend), Yaki Tori-Spießen (aromatisch und zum Glück nicht klebrig) und eine leicht scharfe Kokos-Suppe mit Hühnerfleisch, die allerdings ein bisschen wässrig ausfällt. Die Miso mit Seetangeinlage ist mild aber schmackhaft. Danach eine Bento-Box mit allem Guten der japanischen Küche: Tempura (frisch und nicht fettig), Sushi (leider nur die üblichen Sorten), Maki (locker gerollt) und Sashimi (auf der Zunge zergehend). So macht die fettarme, gesunde Küche Spaß. Dazu auch hier ein chinesisches Bier (Tsing Tao).

Gern ein Dessert

Im Sindo kann man sich ruhig auch an ein Dessert wagen: Der warm servierte Lava-Cake (Schokoladen-Auflauf) ist ein Genuss, der die beim Hauptgang eingesparten Kalorien aufs Leckerste ausgleicht. Das Sindo bekommt bei uns einen respektablen zweiten Platz.

Kyoto

Für den Kenner, der es unkompliziert mag, bietet das Kyoto in der Altstadt genau das Richtige. Mitten in der Stadt, sachlich und funktional eingerichtet, ist der Familienbetrieb fast schon eine Sushi-Kantine für den echten Fan. Für 13,50 Euro starten wir mit frisch zubereiteten und großzügig bemessenen Tempura, die allerdings die mitgereichte Sauce dringend brauchen. Dennoch: Das Gemüse hat einen perfekten Biss, der Teig ist nicht zu fettig. Die Hühner-Kokossuppe hat eine ausgezeichnete Schärfe und ist die beste, die wir gegessen haben. Die zarten Yaki-Tori-Spieße mit einer leicht rauchigen Sauce werden auf einem schmackhaften Salat aus Gurke, Kohl und Sesam angerichtet.

Die größte Sushi-Auswahl

Und dann kommt die wohl vielfältigste Sushi-Auswahl, die wir bisher bekommen haben: Lachs, Thunfisch, Makrele, Sweet Shrimps, Bratfisch, Shrimps, Jacobsmuschel, See-Aal, Lachs-Kaviar, Tintenfisch, Red Snapper, … Alles in ausgezeichneter Qualität mit luftigem Reis und perfektem Fisch. Vielleicht hätten die Reispakete etwas kleiner ausfallen können – aber das ist Geschmackssache. Auch im Kyoto ist das Dessertangebot eher unergiebig. Wir lassen es aus, haben aber ohnehin schon trefflich gegessen.

Obwohl wir uns nun ausführlich durch das japanische Speiseangebot Hannovers gegessen haben, würden wir morgen gleich wieder mit den Leckereien aus Reis und Fisch starten.Sie sind bekömmlich, fettarm und machen süchtig. Das erste Schriftzeichen für Sushi im Japanischen bedeutet übrigens „langes Leben“.

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