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Hannovers Eis-Paläste

Ice-Age

Wow, das Thermometer steigt und steigt ... Was liegt da näher als ein erfrischendes Eis? nobilis hat eine Experten-Jury zusammengestellt, die sich für Sie durch die hannoverschen Eistempel geschleckt hat.

Hannovers Eis-Tempel

Malte liebt Eis – und er gönnt sich tagtäglich eine ordentliche Portion davon. Auch Alex und Rosa können dem kühlen Genuss nicht widerstehen. Selbst im Winter. Und bei Konstantin gibt es sogar regelmäßig hausgemachtes Eis. Sicherlich kommt jeder von ihnen über die rund 8 Liter Eis, die wir Deutschen durchschnittlich pro Jahr verzehren.

Eine kompetentere Jury hätte ich mir also kaum suchen können, um den Eis-Weltmeister Giovanni Lasagna auf eine harte Probe zu stellen. Und eine unbestechlichere schon gar nicht. Denn für die vier Schüler zählt nur echter Geschmack. Titel hin, Pokal her. Deshalb schlecken wir uns durch das Angebot von Giovanni L. am Kröpcke, vergleichen es mit dem Eiscafe „Al Centro“ in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade und dem Eis von Colosseum im Hauptbahnhof. Jeder wählt sich eine Disziplin: Schoko, Pistazie, Mango und Mint – keine Rede von Schlumpf- oder Kaugummi-Eis. Wir vergleichen die echten Klassiker: Spanische Schokolade – allein der Name signalisiert bei Giovanni L. schon kräftiges Aroma. Entsprechend dunkel, fast schwarz kommt sein Schoko-Eis daher. Nicht nur farblich fallen dagegen die Schoko-Bällchen der Konkurrenz ab. Zwar bietet Colosseum mehr Cremigkeit und weitaus größere Portionen zum gleichen Kugelpreis von 90 Cent – aber wer den satten Schokoladen-Geschmack will, muss sich an den Weltmeister halten.

Die erste Medaille ist vergeben

Die erste Medaille geht klar an ihn. Fast fade erscheint im Vergleich das Angebot von „Al Centro“. Interessant auch eine Variante des Klassikers von Lasagna: Schoko-Chili. Einmal im Mund, gewinnt die Schärfe schnell die Oberhand. Da braucht man fast ein zweites Eis zum Kühlen. „Es brennt“, meint auch Malte. Nicht jedermanns Sache. Das Urteil unserer Mint-Expertin Rosa ist weit weniger entschieden. Zwar stimmen bei Giovanni L. Aroma und Konsistenz, aber es fehlen eindeutig die Schokostückchen. Die wiederum bietet Colosseum, obwohl die Minze hier ein wenig künstlich schmeckt. Leider fällt „Al Centro“ auch hier deutlich ab. Nachdem wir alle gekostet haben, bescheinigen wir der blass-grünen Eiscreme einen leichten Hallenbad-Ton. Schade. Denn gerade Minze ist die perfekte Sommer-Erfrischung.

Mango sollte viel Frucht haben

Jetzt kommt Mango! Kein leichtes Spiel, denn unser Tester Konstantin weiß genau, was er will. Viel natürliche Frucht, wenige Sahne und doch cremig – so soll sein Mango-Eis sein. Ich kann ihm da nur beipflichten. Die Balance schafft auch hier Giovanni L. am besten, dicht gefolgt von „Al Centro“. In Sachen Mango ist das Colosseum erst auf Platz drei. „Viel zu süß, fast pappig“, attestiert unser Experte. Dafür kommen die Waffeln vom Hauptbahnhof am besten weg. Sie sind deutlich größer und knackiger. Ersteres bringt einen entspannteren Eisgenuss, weil wir nicht gegen die Schmelze anessen müssen. Letzteres ist ein Genuss für sich.

Die Meisterdisziplin: Pistazie

Und nun die ureigenste Disziplin des Weltmeisters – Pistazie. Das Sieger-Eis ist kräftig, würzig, süß. Unschlagbar. Einziger Kritikpunkt: Es schmilzt sehr schnell. Das mag auch an den kunstvollen Bergen liegen, zu denen Giovanni Lasagna sein Eis in der Auslage aufschichtet. Ein opulenter Augenschmaus, der aber angesichts hoher Sommertemperaturen nicht lange hält. Dagegen kommen die Mitbewerber nicht an.

Wohlwollend versucht unser Pistazien-Tester noch ein sehr gelungenes Heidelbeer-Eis von „Al Centro“ und ein wunderbares Haselnuss-Eis von Colosseum. In der Meister-Disziplin haben sie aber keine Chance. Bleibt ein klarer Sieg von Giovanni L., der Weltmeister setzt sich auch bei unserer Jury verdient durch. Sie bescheinigen Lasagna in fast allen Disziplinen Spitzenergebnisse.

Hier und da geht allerdings der Experimentiergeist mit ihm durch. Schließlich bietet er über 100 Sorten an. Seine schwarze Vanille erscheint mir in erster Linie süß. Sein Kinderüberraschungs-Eis hat selbst für unsere Jung-Tester nichts Überraschendes. Vermutlich hatten wir in unserer Portion aber einfach keine der üblichen Eier-Zugaben in Form einer kleinen Plastikfigur. Trotz des einen oder anderen Eis-Spleens verneigen wir uns also vor der weltmeisterlichen Pistazie.

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