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Indien in aller Munde

Ein Feuerwerk der Gewürze

Am Ende dreier ausgiebiger indischer Essen sind wir der Curries und Tandooris nicht überdrüssig. Ganz im Gegenteil. Diese Küche macht Lust auf mehr. Probieren Sie’s.

Das „gesegnete“ Haus

Seit genau 20 Jahren bietet das Shalimar in der Langen Laube eine perfekte Speisenvielfalt von den eher milden Rezepturen der Mogulai-Küche bis zu extra-scharfen Madras-Curries. Wir starten mit einem Mango-Lassi von ausgesuchter Fruchtigkeit und angenehmer Süße.

Übliche Speisebegleiter sind in Indien eher Wasser und Bier. Aber auch die Weinkarte bietet im „Shalimar“ eine vergleichsweise gute Auswahl – der Sancerre von Joseph Ballard fängt die Schärfe des Essens optimal ab. Die Minz-, Chilli und Mango-Dipps zu den in Kichererbsenmehl fritierten Gemüsen (Vegetable Pakora) überzeugen absolut.

Ein Feuerwerk indischer Gewürze

Ein Feuerwerk indischer Gewürze begegnet uns beim Hauptgang: bestens ausbalanciert finden sich Kurkuma, Chilli, Knoblauch und Ingwer zum Beispiel im Beef Sabziwala.

Auch wenn das Fleisch zärter sein dürfte – ein wirklicher Genuss. Das Chicken Tikka Masala blieb keinesfalls dahinter zurück. Der duftige überbackene Basmatireis und das reich belegte Fladenbrot (Naan mit indischem Käse und frischem Knoblauch) rundeten das Essen sehr gut ab. Hinzu kam ein zuvorkommender Service, wie man ihn leider oft vergeblich sucht. Er passt in ein Restaurant, dessen Ambiete wertig und dezent, original, aber nicht kitschig wirkt. Ein rundum gelungenes Erlebnis, das wir gern für das kleine Lunch aber auch die große Abendeinladung oder die Feier empfehlen. Unsere klare Nummer Eins.

Mal hoch, mal runter

Echte Freunde der indischen Küche kommen im Himalaya am Klagesmarkt auf ihre Kosten, wenn Ihnen die Freude am durchweg guten Essen über das eher verstaubte Ambiente des Restaurants hinweghilft. Der lauwarme Salz-Lassi zu Beginn lässt noch nicht erahnen, was die Küche zu leisten in der Lage ist. Das ändert sich mit dem Vorspeisenteller, der die schmackhafteste Auswahl an Fleisch und Gemüse aller von uns getesten Häuser bietet. Eindeutiger Sieger ist das Himalaya auch beim Dinner-for-One Klassiker Mulligatawny-Soup: Die Curry-Suppe mit Reis und Hühnerfleisch hat hier genau die richtige Konsistenz und Schärfe – im „Shalimar“ schmeckt der Fond zu stark durch, im
„Taj Mahal“ schmeckt sie nach nichts.

Von nun an geht es aber leider auch im Himalaya etwas bergab. Die Scampi Bhuna kann trotz einer ausgezeichneten roten Curry-Sauce ihre Tiefkühlherkunft nicht ganz verschleiern und das Chicken Tikka hat etwas zu viel Sahne abbekommen. Dennoch: Eine gute Küche, die für ein unkompliziertes Essen wirklich Spaß macht. Für das erste Rendezvous oder ein Business-Diner jedoch nicht die beste Adresse. Entsprechend ist der Service zwar durchaus hilfsbereit, bleibt aber bei weitem hinter den Mitbewerbern zurück. Zum Empfehlen ist auch das allsonntägliche Lunch-Buffet. Für nur 10 Euro bietet das Himalaya eine gute Auswahl seiner Speisen, was auch dem Solo-Esser eine Vielzahl unterschiedlicher Geschmackserlebnisse sichert. Unser Urteil: Eine respektable Nummer Zwei.

Kein Weltwunder

Eine glatte Enttäuschung ist für uns das viel gepriesene Taj Mahal. Passend zum 15. Jubiläum präsentiert sich das Restaurant in der Hinüberstraße opulent in Marmor und mit reich verzierten, wenn auch etwas unbequemen Sofas. Der ausnahmslos deutsche Service wirkt dazu in seinen bunten indischen Westen fast etwas folkloristisch, wenngleich auch sehr freundlich und engagiert. Dass unser Minz-Lassi zu Beginn eher geschmacksneutral ist, liegt an der Verwendung getrockneter Minze. Auch generell wird im Taj Mahal der Reichtum und die Kreativität indischer Gewürze nicht wirklich spürbar. Fisch- und Käse-Pakora unterscheiden sich geschmacklich kaum, die marinierten Scampi sind eher trocken, das Beef Masala ist zäh. Zudem nimmt sich die Küche trotz kaum besetztem Restaurant viel Zeit für die einzelnen Gänge. Am besten schneiden noch die in Butter gebratenen verschiedenen indischen Linsen (Daal Tarka Punjabi) und das sehr frische und knackige Naan ab. Beim Lamm Tikka Masala überzeugt zumindest das Fleisch. Dennoch: Das Taj Mahal trägt den Namen eines Weltwunders zu unrecht. Wir hoffen, nur einen unglücklichen Tag1 erwischt zu haben – ansonsten muss sich Küchenchef Singh anstrengen, um dem einstigen guten Ruf des Hauses („Pilgerstätte für Indien-Freaks“) wieder gerecht zu werden. Wir empfehlen, gelegentlich selbst zu testen.

Am Ende dreier ausgiebiger indischer Essen sind wir der Curries und Tandooris nicht überdrüssig. Ganz im Gegenteil. Diese Küche macht Lust auf mehr. Probieren Sie’s!

  1. Shalimar
  2. Himalaya
  3. Taj Mahal
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