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Neue Varianten rund um den Sommer-Drink Gin-Tonic

Auf den Spuren von Queen Mum

Gin Tonic nobilis Esslust

Entgegen allen Gerüchten – einen Sommer hat jedes Jahr. Und mit den lauen Nächten der ultimative Sommer-Longdrink: Gin Tonic. Zusammen mit Hannovers Cocktail-Papst Thomas Fischer präsentiert nobilis neue Variationen des Klassikers. Chin-Chin.

In der Kolonialzeit tranken die britischen Truppen in Indien chininhaltiges Tonic-Water gegen die Malaria. Da die Mixtur selbst dem abgehärteten englischen Gaumen zu bitter erschien, wurde ihr Gin beigemischt.
Zurück in England erklärte man die liebgewordene Tropenmedizin dann kurzerhand zum unverzichtbaren Teil des british way of life. Ihr größter Fan war zweifellos die Königin Mutter. Und auch bei uns gehört Gin Tonic im Sommer unbedingt dazu.

Alternativen zu Schweppes mit Zitronenscheibe

Darf man einen solchen Klassiker verändern? Wir meinen schon. Nach Jahren immer gleicher Zutaten und Mixturen darf es gern eine Alternative zu Gordons und Schweppes mit Zitronenscheibe sein. Als Experten holen wir uns Thomas Fischer dazu. Seit drei Jahren führt er das Oscars in der Georgstrasse, die Cocktail-Oase unserer Stadt.

Sommerdrinks

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Robert Kroth und Thomas Fischer (Chef Oscar's)

Tonic – die Basis

Und wie immer beginnt Innovation mit dem Weg zurück zu den Wurzeln. Fangen wir mit dem Tonic an. Durch die starke Kohlensäure bringt Schweppes die geschmackliche Komplexität nicht jeden Gins wirklich gut zum Ausdruck. Wir greifen zu Fentimans, einer Traditionsmarke aus England, die seit mehr als 100 Jahren ein eher ursprüngliches Tonicwater braut. Deutlich weniger Kohlensäure, vor allem aber die natürliche Kräuternote passen perfekt und lassen manch anderes Tonic als reine Limonade erscheinen. Wer sich auf die lohnende Suche nach dem noch immer chininhaltigen Getränk macht, sollte unbedingt auch das Ginger Beer von Fentimans versuchen. Herrlich scharf und nicht minder erfrischend.

Jetzt zum Gin

Thomas Fischer präsentiert gleich eine ganze Kollektion alter und neuer Sorten, die übrigens nicht unbedingt aus England kommen müssen. Denn auch der Wacholderschnaps selbst stammt eigentlich nicht von der Insel. Seine Ursprünge liegen eher beim „Genever“, also in den Niederlanden.

Heute gibt es unzählige Sorten aus allen Teilen der Welt, die den Getreideschnaps mit über 120 verschiedenen Wirk- und Aromastoffen verfeinern. Die Grundnote dabei ist der charakteristische Wacholder. Fast so populär wie Gordons Gin ist Bombay Sapphire in seiner blauen Flasche. Er ist deutlich milder, hat Anklänge von Mandel, Süßholz und Schwertlilie. Das Rezept dafür gibt es angeblich schon seit 1761. Statt der üblichen Zitrone geben wir eine Prise frisch gemahlenen Pfeffers dazu. Sehr gut. Wir machen weiter mit Hendricks Gin, einer schottischen Marke. Das WallStreet Journal kürte den Schnaps in der Medizin-Flasche zum besten Gin der Welt. Besonders machen ihn das Rosen- und vor allem das Gurkenaroma.

Ein paar Scheiben Salatgurke …

Wir trinken unseren Hendricks Tonic deshalb auch mit ein paar Scheiben Salatgurke. Very british. Und very fresh. Langsam rüsten wir auf. Eine Klerikerfamilie aus Bedfordshire entwickelte die einzigartige Rezeptur von Tanqueray Gin, der auch unsere ultimative Basis für Martini Cocktails ist. Als einziger wird er mit frischen Kräutern und Früchten destilliert. Wunderbar die Komplexität, der Anklang von Engelwurz und Lakritz. Dieser Gin braucht keine weiteren Gewürze.

Eine Gin-Innovation

Aus Frankreich kommt eine Gin-Innovation, die auf Weingeist basiert und mit Blüten der Uni Blanc-Rebe verfeinert wird. G-Vine ist sehr fruchtig und bringt ganz neue Geschmackskomponenten hervor. Thomas Fischer bietet ihn mit Zitronengras oder einer Prise Muskat an. Wunderbar, aber fast schon kein Gin Tonic mehr.

Unser Favorit

Unser gemeinsamer Favorit ist aber Martin Millers Gin. Destilliert in England startet er mit einer frischen Zitrusnote, wechselt dann zu Koriander und Zimt. Im Abgang erscheint er wie ein kompletter Strauß von Wiesenblumen. Herrlich. Dieser wunderbare Tropfen, den wir zunächst pur trinken, wird in seiner reinsten Form nach Island verschifft. Dort versetzt man ihn mit purem Iceland-Quellwasser und schafft auf diese Weise einen klaren und hoch-komplexen Gin – hoffentlich dauerhaft ohne erkennbare Spuren des Eyjafjallajökull.

Gin aus Deutschland

Eher hinter den Erwartungen bleiben Gins aus deutschen Landen zurück. The Duke aus München und Old Tim Style aus Berlin sind malzig, süßlich, erdig. Ein besonderes Juwel ist hingegen der Lebensstern-Gin, eine Kooperation einer österreichischen Destille und der sagenumwobenen Bar in der Berliner Kurfürstenstrasse. Mit Anklängen von Holunderblüte und Alpenkräutern. Eine echte Bereicherung, aber nur vor Ort oder per Internet verfügbar.

Die Mixtur

All diese Varianten mixt Thomas Fischer mit einem Teil Gin auf drei Teile Tonic. Sie alle bringen ein ganz neues GTGefühl. Und lassen auf einen Sommer hoffen, der viel Gelegenheit für Erfrischung bietet. Ähnlich wie in Indien hat Gin Tonic dabei eine wichtige gesunderhaltende Wirkung. Denn angeblich schützt er vor Moskitos. Ein guter Grund für ein zweites Glas. Chin-Chin.

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